Seehofer: "In der AfD gibt es gut ausgebildete und kluge Leute"

Jeder fünfte Deutsche überlegt offenbar, bei der nächsten Bundestagswahl der Alternative für Deutschland (AfD) seine Stimme zu geben. Die CSU stellt sich auf die eurokritische Partei als bleibenden politischen Gegner ein.

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Jeder fünfte Deutsche überlegt offenbar, bei der nächsten Bundestagswahl der Alternative für Deutschland (AfD) seine Stimme zu geben. Die CSU stellt sich auf die eurokritische Partei als bleibenden politischen Gegner ein.

Die AfD werde bei der Bundestagswahl 2017 ein ernsthafter Mitbewerber, sagte der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer der „Bild am Sonntag“. „Im Gegensatz zu manchen anderen glaube ich nicht, dass die AfD das Schicksal der Piraten erleiden und von selbst verschwinden wird.“

Die eurokritische Partei war vor einer Woche mit zweistelligen Ergebnissen in die Landtage von Brandenburg und Thüringen eingezogen. In einer bundesweiten Emnid-Umfrage lag sie mit acht Prozent auf ihrem Allzeit-Hoch.

„In der AfD gibt es gut ausgebildete und kluge Leute“, sagte der CSU-Vorsitzende. Ein Bündnis mit den Eurokritikern schließt er nicht für alle Zeiten aus: „Aber solange es die Partei nicht schafft, sich von den rechtsradikalen Elementen zu trennen, kommt für mich eine Koalition nicht infrage.“ Seehofer forderte: „Wir dürfen uns jetzt nicht zurücklehnen, sondern müssen die AfD inhaltlich stellen.“

Im Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Emnid für die „Bild am Sonntag“ kann die AfD im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt auf acht Prozent zulegen. Das ist der höchste Wert, den Emnid je für die Partei ermittelt hat. Bei Forsa hatte die Partei kurz vor der Europawahl Mitte Juni schon zweimal acht Prozent erreicht. Jeder fünfte Deutsche überlegt Emnid zufolge, bei der nächsten Bundestagswahl der AfD seine Stimme zu geben. 59 Prozent der Bundesbürger glaubten, dass die AfD im nächsten Bundestag vertreten sein wird.

Die Union gab in der aktuellen Umfrage einen Punkt ab und kam auf 40 Prozent. Unverändert blieben die Werte von SPD (25 Prozent), Linkspartei (neun Prozent), Grünen (neun Prozent) und FDP (drei Prozent).