Slowakei stärkt Energiesicherheit mit neuer Gaspipeline und Kernreaktor

Die Slowakei wird bald mehr Flüssigerdgas (LNG) und Kernenergie zur Verfügung haben, nachdem letzte Woche eine neue Pipeline mit Polen in Betrieb genommen und grünes Licht für ein Kernkraftwerk gegeben wurde.

EURACTIV.sk
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Regierungsvertreter und Analysten haben darauf hingewiesen, dass diese Ereignisse die Energieversorgungssicherheit der Slowakei drastisch verbessern werden. [Shutterstock/PHOTOCREO Michal Bednarek]

Die Slowakei wird bald mehr Flüssigerdgas (LNG) und Kernenergie zur Verfügung haben, nachdem letzte Woche eine neue Pipeline mit Polen in Betrieb genommen und grünes Licht für ein Kernkraftwerk gegeben wurde.

Regierungsvertreter und Analysten haben darauf hingewiesen, dass diese Ereignisse die Energieversorgungssicherheit der Slowakei drastisch verbessern werden.

Mit der am Freitag eröffneten Pipeline erhält die Slowakei Zugang zu LNG-Terminals in der Ostsee. Nach der Fertigstellung der Baltic Pipe-Gaspipeline im Oktober wird das Land auch Zugang zu norwegischem Gas haben.

Die Inbetriebnahme der Pipeline ist auch für Polen eine gute Nachricht, da es Zugang zu südeuropäischen Terminals und slowakischen Gasspeichern erhält.

Die slowakisch-polnische Verbindungsleitung ist nicht nur für reines Erdgas, sondern auch für eine Mischung aus Wasserstoff und Erdgas ausgelegt.

Die Pipeline wurde am Freitag vom slowakischen Premierminister Eduard Heger und seinem polnischen Amtskollegen Mateusz Morawiecki offiziell eingeweiht.

Bei der Eröffnung betonte Heger die Energiesicherheit für Unternehmen und Haushalte, während Morawiecki die neue Verbindung als „Pipeline des Friedens“ bezeichnete. Die von Deutschland und Russland gebauten Nord Stream 1 und 2 seien dagegen „Pipelines des Krieges“.

Die Verbindungsleitung hat eine Kapazität von mehr als fünf Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr, was in etwa dem Verbrauch des gesamten Landes entspricht.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein im Energiebereich wurde letzten Donnerstag erreicht, als die Atomaufsichtsbehörde den Start eines dritten Reaktors im Kernkraftwerk Mochovce genehmigte.

Der Reaktor kann 15 Tage nach der Freigabe durch die Behörde mit Brennstoff beladen werden. Das Kraftwerk wird auch an das Stromnetz angeschlossen.

In etwa fünf Monaten soll der Reaktor mit voller Leistung laufen und 13 Prozent des nationalen Stromverbrauchs decken.

Österreich – ein langjähriger Gegner der Kernenergie – kritisierte die Entscheidung umgehend.

„Wir haben immer wieder vor einer Inbetriebnahme gewarnt. Diese Entscheidung ist absolut nicht nachvollziehbar“, sagte die österreichische Klimaministerin Eleonore Gewessler von den Grünen.