Studie warnt: Energiesparen erhöht Verbrauch [DE]
Schottische Forscher haben vor einer steigenden Nachfrage nach Energie gewarnt, die aus einer erhöhten Effizienz elektrischer Produkte resultiert und verlangte eine Politik, die sicherstellt, dass Einsparungen nicht durch gestiegene Nachfrage wieder zu Nichte gemacht werden.
Schottische Forscher haben vor einer steigenden Nachfrage nach Energie gewarnt, die aus einer erhöhten Effizienz elektrischer Produkte resultiert und verlangte eine Politik, die sicherstellt, dass Einsparungen nicht durch gestiegene Nachfrage wieder zu Nichte gemacht werden.
Die Verbesserung der Energieeffizienz könnte teilweise, oder sogar gänzlich die positiven Auswirkungen von Energieeinsparungen zu Nichte machen, so zeigen es Fallstudien aus Schottland und anderen Teilen Großbritanniens. Sie fanden heraus, dass die Verbesserungen in der Effizienz zu höheren CO2-Niveaus führen, weil die Industrie versucht, von niedrigeren Energiepreisen zu profitieren.
Unternehmen die eine bestimmte Produktionsmenge günstiger herstellen, nutzen als Konsequenz mehr, nicht weniger Energie, so die Autoren. Ebenso steigt der Energieverbrauch in wachsenden Volkswirtschaften, da Verbraucher größere Einkommen zur Verfügung haben und es sich dadurch leisten können, ihren Energieverbrauch zu erhöhen.
Eine Verbesserung von Effizienz bringt besonders energieintensiven Branchen einen Wettbewerbsvorteil. Als Konsequenz steigt die Nachfrage ihrer günstigeren Produkte, was wiederum die Produktion und damit den Energieverbrauch weiter ankurbelt.
Die Studie zeigt, dass eine Verbesserung der Energieeffizienz der schottischen Industrie um 5% zu einer steigenden Energienachfrage in den meisten Produktionsbereichen führen würden. Wenn die Verbesserungen im Sektor der Energieversorger vorgenommen würde, würde die Nachfrage sogar stärker als die Effizienzgewinne wachsen.
Die Ergebnisse lassen die Alarmglocken bei politischen Entscheidungsträgern läuten, denn sie weisen darauf hin, dass ergänzende Richtlinien entwickelt werden müssen, die die Reaktion des Marktes auf sich ändernde Preise und höhere Einkommen mit einbeziehen.
Die Möglichkeit, dass diese Maßnahmen nach hinten losgehen könnten, bedeute nicht, dass das Vorantreiben von Energieeffizienz irrelevant sei. Vielmehr bedeute dies, dass solche Gesetze allein nicht ausreichten um Verbesserungen der Emissionsbilanz hervorzubringen, sagen die Autoren. Was benötigt werde, seien ergänzende Richtlinien, wie z.B. Steuern, die Energiepreise teuer machen, folgern sie.
Unterdessen hat die EU Energieeffizienz zu einer ihrer obersten Prioritäten im Kampf gegen den Klimawandel gemacht. Ein bedeutender Teil ihrer Strategie ist die im November 2008 von der Kommission vorgeschlagene Kennzeichnung der Energieeffizienz (EURACTIV vom 14. November 2008)
Ziel der erweiterten Kennzeichnungsrichtlinie ist es, die existierende Richtlinie um alle Produkte, die Energie verbrauchen zu erweitern und so ein Instrument zu schaffen, mit dessen Hilfe bei der Ausstattung von öffentlichen Einrichtungen die effizientesten Produkte gewählt werden können. Auf diese Weise würde auch gleichzeitig ein Anreiz geschaffen, effizientere Produkte zu entwickeln.
Trotzdem bezeichneten die Grünen den Vorschlag als ein „verwirrendes neues System aus Zahlen und Buchstaben“, das Verbrauchern wenig Klarheit darüber gebe, welches Produkt nun am effizientesten sei. Sie verlangten klarere Standards und betonten die Wichtigkeit von intelligenten Regulierungsmechanismen, wenn das Klimaziele, CO2 Emissionen bis 2020 um 20% zu reduzieren, erreicht werden sollen.