Sturzfluten: Hitzewelle in Europa endet mit Unwetterkatastrophe

Die lang anhaltende Hitzewelle in weiten Teilen Nord- und Westeuropas ging diese Woche mit heftigen Regenschauern und Gewittern zu Ende.

EURACTIV.com with The Guardian
epa10127351 Aftermath of a tornado that hit a campsite at Marina di Massa, Italy, 18 August 2022. There are at least two people dead and several injured.  EPA-EFE/RICCARDO DALLE LUCHE
Sintflutartige Regenfälle in Verbindung mit trockenen Böden führten in diesen Regionen zu erheblichen Überschwemmungen. In Großstädten wie London, Paris und Marseille kam es zu erheblichen Störungen im Verkehr, da Straßen überflutet und U-Bahnhöfe geschlossen werden mussten. [<a href="https://webgate.epa.eu/webgate" target="_blank" rel="noopener"> EPA-EFE/RICCARDO DALLE LUCHE</a>]

Die lang anhaltende Hitzewelle in weiten Teilen Nord- und Westeuropas ging diese Woche mit heftigen Regenschauern und Gewittern zu Ende.

Am Mittwoch fielen in Teilen Südenglands innerhalb weniger Stunden 50-65 mm Starkregen, sodass am Londoner Flughafen Gatwick Dutzende von Flügen verschoben oder gestrichen werden mussten.

Auch in Italien, Frankreich und Belgien kam es zu extremen Unwettern, in der italienischen Region Ligurien waren am Donnerstag Tausende von Blitzen zu sehen.

Außerdem wurden Winde mit Böen von bis zu 120 km/h gemessen, sodass Bahnstrecken wie die von Genua nach La Spezia unterbrochen wurden. In der Toskana kamen zwei Menschen ums Leben, die von Bäumen erschlagen wurden, 41 weitere wurden bei dem Sturm verletzt.

Bei einem Unwetter auf der französischen Insel Korsika starben drei Menschen, ein Dutzend weitere wurden durch herabstürzende Bäume oder einstürzende Dächer verletzt. Der Sturm verursachte Windböen von mehr als 130 km/h und ließ 45.000 Haushalte ohne Strom.

Sintflutartige Regenfälle in Verbindung mit trockenen Böden führten in diesen Regionen zu erheblichen Überschwemmungen. In Großstädten wie London, Paris und Marseille kam es zu erheblichen Störungen im Verkehr, da Straßen überflutet und U-Bahnhöfe geschlossen werden mussten.

Sturzfluten waren auch im Westen Chinas eine Gefahrenquelle. In der Provinz Qinghai starben am Mittwochabend 18 Menschen und es werden weiterhin 36 vermisst. Ein Regensturm in der Bergregion des Landkreises Datong führte dazu, dass das Hochwasser den Berg hinunterstürzte und einen Erdrutsch auslöste, von dem mehr als 6.000 Menschen in sechs Dörfern betroffen waren, deren Häuser beschädigt und Bäume umgestürzten. Eine Woche zuvor waren in der chinesischen Provinz Sichuan sieben Menschen bei einer Sturzflut ums Leben gekommen.

Millionen von Menschen im Südwesten Chinas sind von Stromausfällen betroffen, nachdem die anhaltende Hitze Probleme mit der Stromversorgung verursacht hatte. 900 Millionen Menschen in China leben in diesem Sommer seit 64 Tagen mit einer Hitzewarnung, der längsten in der Geschichte des Landes.

Die anhaltende Hitze hat zudem die Stromerzeugung aus Wasserkraftwerken in Teilen des Landes beeinträchtigt, da die Stauseen ausgetrocknet sind. In großen Flüssen wie dem Jangtse ist der Wasserstand um 20-50 Prozent gesunken, was die Versorgung in Provinzen wie Sichuan beeinträchtigt. Die lokalen Behörden hatten zuletzt versucht, die Stromnachfrage zu senken, indem sie Stromrationierungen in Haushalten, Büros und Einkaufszentren anordneten.

[Bearbeitet von Benjamin Fox]