Tschechien setzt Praktikanten ein, um bei EU-Ratspräsidentschaft zu sparen
Im Vorfeld der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft im Juli wurden viele Universitätsstudent:innen im Rahmen des EU-Projekts Erasmus für verschiedene Aufgaben ausgewählt. Einige beschweren sich jedoch über die Arbeitsbedingungen.
Im Vorfeld der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft im Juli wurden viele Universitätsstudent:innen im Rahmen des EU-Projekts Erasmus für verschiedene Aufgaben ausgewählt. Einige beschweren sich jedoch über die Arbeitsbedingungen.
Tschechien hat sich für eine kostengünstige EU-Ratspräsidentschaft entschieden, wie die Vorgängerregierung unter Andrej Babiš beschloss. Obwohl das neue Kabinett das Budget leicht erhöht hat, wird das zusätzliche Geld nur die mit der Inflation verbundenen Kosten decken.
Da der Staat es sich nicht leisten kann, erfahrene Diplomaten einzustellen, wird ein großer Teil der Aufgaben von Universitätsstudenten als Praktikant:innen übernommen werden.
Die Student:innen beschweren sich nun bei der Regierung über die Praktikumsbedingungen.
Einem Schreiben zufolge, das Seznam Zprávy vorliegt, sollen die Praktikant:innen, die „in der ersten Welle“ ausgewählt wurden, ihre Unterkunft und Reisekosten von der Regierung bezahlt bekommen.
Diejenigen, die später aufgenommen wurden, müssen ihre Unterbringung in Brüssel und ihre Reisekosten selbst aus dem Erasmus+-Budget von 750 Euro pro Monat oder aus persönlichen Ersparnissen finanzieren.
Erasmus+ ist das Mobilitätsprogramm der EU, mit dem Studenten Aufenthalte im EU-Ausland zumindest zum Teil finanzieren können.
„Wir würden es begrüßen, wenn die Praktikumsbedingungen für alle Praktikant:innen gleich wären und wenn die Kosten für die tschechische EU-Ratspräsidentschaft nicht von den Ersparnissen unserer Eltern oder unseren persönlichen Ersparnissen, die wir während unseres Studiums verdient haben, getragen werden müssten“, fügten die Praktikant:innen hinzu.
Die Studierenden betonten, dass sie mindestens 3.000 Euro aus eigener Tasche investieren müssten, um alle Kosten im Zusammenhang mit ihrem Aufenthalt in Brüssel zu decken.
Sie stellten klar, dass es nicht ihr Ziel sei, Geld zu verdienen, sondern Erfahrungen für ihr künftiges Berufsleben zu sammeln.