Verärgerte Milchbauern vor EU-Institutionen [DE]
Europäische Milchbauern verschütteten am Montag (21. September) Milch vor der Europäischen Kommission in Brüssel und warnten, ihr Protest gegen niedrige Milchpreise würde zunehmen.
Europäische Milchbauern verschütteten am Montag (21. September) Milch vor der Europäischen Kommission in Brüssel und warnten, ihr Protest gegen niedrige Milchpreise würde zunehmen.
Über 80 000 Milchbauern in ganz Europa sind dem Milchversorgungs-Boykott beigetreten, der nun seinen zehnten Tag erlebt. Sie fordern dass die EU-Exekutive, die für die Landwirtschaftspolitik der 27 Länder verantwortlich ist, überschüssige Milch vom Markt entfernt.
„Bis jetzt gehen unsere Proteste den richtigen Weg. Aber ohne eine Veränderung werden unsere Aktionen sich verstärken und ich weiß nicht wie sie enden werden“, Erwin Schoepges, Präsident der MIG, welches die belgischen Landwirte repräsentiert, gegenüber Reuters.
Landwirte in acht großen Milchproduzierenden Ländern, darunter Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien und die Niederlande, planten 26 Millionen Liter Milch am Montag zu verschütten, sagte das European Milk Board (EMB), das 140 000 Milchbauern repräsentiert.
„Wir fragen uns nun, wie viel Liter Milch man wegschütten muss, bevor Politiker reagieren“, sagte Schoepges.
Romuald Schaber, Präsident des European Milk Board, sagte die Europäische Kommission sollte die Krise lösen bevor der Einzelhandel davon betroffen werde.
Die belgische Supermarktgruppe Delhaize sagte, sie würde die Situation aufmerksam verfolgen und hatte die Aktien der Milchhausmarke erhöht.
„Es gibt keine Notwendigkeit panisch zu reagieren im Moment“, sagte Pressesprecherin Liesbeth Rogiers. „Wir werden handeln wenn es nötig ist. Ich kann nicht sagen, wie lange die Vorräte reichen werden“.
Landwirte beschuldigen beide, die Europäische Kommission und ihre Regierungen für den Überschuss, von dem sie behaupten er hätte den Erzeugerpreis auf 0,20 Euro pro Liter gekürzt (0,40 Euro noch zwei Jahre zuvor).
Die Kommission leugnet, dass sein Milchquotensystem, welches im Jahr 2015 auslaufen wird, an den schwachen Preisen schuld ist und sagt sie hätte eine Reihe an Maßnahmen unternommen um den Markt zu stützen.
Polen unterstützt französisch-deutschen Aufruf nach Preisregulierung
Inzwischen unterstützte Polen gestern den französisch-deutschen Vorschlag den Landwirten der Europäischen Union zu helfen, die von den veränderten Milchpreisen betroffen sind.
Der französisch-deutsche Entwurf fordert sowohl temporäre Maßnahmen, etwa eine Erhöhung der Exporterstattung von Butter, Milchpulver und Käse und längerfristige Maßnahmen, etwa den EU-Interventionskauf und die Bildung von vertraglichen Vereinbarungen zwischen Milcherzeugern und –Verarbeitern (EURACTIV vom 8. September 2009).
Der französische Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire sagte, er würde in den kommenden Tagen zu einem Treffen aller 27 EU-Agrarminister auffordern, um die Krise zu diskutieren.
(EURACTIV mit Reuters)