Würzburg-Attentat: Die Gefährlichkeit der offenen Fragen
Wie wird aus einem jungen Flüchtling mit guter sozialer Perspektive plötzlich ein Attentäter? Welche Rolle spielt der Islam? Was taugen die bisherigen Erklärungsansätze zum Würzburg-Anschlag? EURACTIVs Medienpartner WirtschaftsWoche berichtet.
Ein 17-jähriger Flüchtling nimmt eine Axt, steigt in einen Zug und will Menschen töten. Er verletzt vier Mitreisende schwer, auf der Flucht eine weitere Person. Dann wird der Jugendliche, der vor einem Jahr ohne Begleitung nach Deutschland kam, von einem Sondereinsatzkommando erschossen. Später reklamiert der Islamische Staat das Attentat für sich.
Das sind die Fakten zum Attentat in einer Würzburger Regionalbahn. Alles andere sind ungesicherte Informationen, Spekulationen und Annahmen. Selbst die Frage der Nationalität ist nicht geklärt. Der 17-Jährige war als Afghane eingereist. Nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière liegt ein Antrag für eine Familienzusammenführung vor, die Familienmitglieder leben demnach in Afghanistan. Dennoch wird in Ermittlerkreisen diese Herkunft bezweifelt. Möglicherweise stammte er auch aus dem benachbarten Pakistan.
Die wichtigste Frage, auf die es bislang keine gesicherten Erkenntnisse gibt: Wieso verübt ein Jugendlicher, der den Weg nach Deutschland findet, in einer Pflegefamilie lebt und sogar einen Ausbildungsplatz in Aussicht hat, eine solche Tat?