Bank von Spanien: Abbruch russischer Handelsbeziehungen würde EU-Wirtschaft schaden

Ein mögliches Einfrieren der Handelsbeziehungen zwischen Russland und der EU würde sich massiv auf Sektoren wie den Transport-, Metall- und Chemiesektor auswirken, so die Bank von Spanien in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

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Ein hypothetischer Wegfall der verbleibenden Handelsströme mit Russland würde sich negativ auf die europäischen Volkswirtschaften auswirken. Das Ausmaß wäre jedoch wesentlich geringer als bei einer Aussetzung der Einfuhren von Energierohstoffen, heißt es in dem Bericht. [[Shutterstock/PhotoStk]]

Ein mögliches Einfrieren der Handelsbeziehungen zwischen Russland und der EU würde sich massiv auf Sektoren wie den Transport-, Metall- und Chemiesektor auswirken, so die Bank von Spanien in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Ein möglicher Wegfall der verbleibenden Handelsströme mit Russland würde sich negativ auf die europäischen Volkswirtschaften auswirken. Das Ausmaß wäre jedoch im Vergleich zum Importstopp von Energierohstoffen wesentlich geringer, so der Bericht.

Die Studie befasst sich damit, welche schwerwiegenden Folgen eine Unterbrechung des Imports von Energierohstoffen aus Russland für die spanische und die europäische Wirtschaft haben könnte.

Dabei würden die Auswirkungen eng mit der Schwierigkeit zusammenhängen, diese Produkte kurzfristig zu ersetzen, was zu einer Verringerung des Energieangebots und damit zu einer Verschärfung der derzeitigen Inflation führen würde, berichtet die Finanztageszeitung Cinco Días.

Die spanische Zentralbank ist jedoch der Ansicht, dass die Auswirkungen auf die spanische Wirtschaft aufgrund der geringeren Energieabhängigkeit von russischen Produkten wesentlich geringer wären als die Auswirkungen auf andere EU-Länder wie beispielsweise Deutschland oder Italien.

Wenn die restriktivsten Annahmen hinsichtlich der Substitutionsfähigkeit von Importen und Exporten berücksichtigt werden, könnten die Gesamtauswirkungen auf die spanische Wirtschaft kurzfristig einen Rückgang des BIP um bis zu 2,4 Prozent und einen Anstieg der Inflation um 1,7 Prozentpunkte bedeuten, heißt es in dem Bericht.

Für die EU als Ganzes würde die Aussetzung der Importe aus Russland negative Auswirkungen auf das BIP in Höhe von 1,2 Prozentpunkten haben, verglichen mit 0,3 Prozentpunkten im Falle Spaniens.

Die Auswirkungen wären in den drei wichtigsten Volkswirtschaften des Euroraums, Deutschland, Italien, Frankreich und den osteuropäischen Ländern, aufgrund ihrer größeren Energieabhängigkeit von Russland deutlich schwerwiegender.

Im Einzelnen würde der geschätzte Rückgang des BIP in Italien, Deutschland und Frankreich 3 Prozent, 2,6 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent betragen, wenn die Einfuhren aus Russland ausgesetzt würden.

Die Auswirkungen auf die EU als Ganzes würden zwischen 2,5 Prozent und 4,2 Prozent des BIP liegen.