Duisburg: Festnahmen wegen Plänen für Anschlag

Die Polizei hat mit Festnahmen in Nordrhein-Westfalen womöglich einen Anschlag verhindert. Der Tatverdächtige vom Breitscheidplatz Anis Amri ist weiter auf der Flucht.

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Der Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz nach dem Anschlag vom 19. Dezember (c) Andreas Trojak

Die Polizei hat mit Festnahmen in Nordrhein-Westfalen womöglich einen Anschlag verhindert. Der Tatverdächtige vom Breitscheidplatz Anis Amri ist weiter auf der Flucht.

Spezialeinheiten hätten in der Nacht zu Freitag in Duisburg zwei Männer in Gewahrsam genommen, teilte die Polizei mit. Die 28- und 31-jährigen Brüder aus dem Kosovo stünden im Verdacht, möglicherweise einen Anschlag auf das Einkaufszentrum Centro in Oberhausen vorbereitet zu haben. Unklar ist noch, wie weit die Pläne vorangeschritten und ob womöglich weitere Personen daran beteiligt waren.

Am Donnerstagabend hatte die Polizei bereits nach Warnungen zusätzliche Einsatzkräfte rund um das Centro und den angrenzenden Weihnachtsmarkt zusammengezogen.

Vermeintlicher Täter von Berlin weiter auf der Flucht

Nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt ist der Tatverdächtige Anis Amri unterdessen weiter auf der Flucht. Dem TV-Sender RBB zufolge zeigen Observationsbilder von Sicherheitskräften, dass der Islamist Mitte Dezember in der Hauptstadt war. In der Nacht zu Dienstag – also nur wenige Stunden nach der Tat am Breitscheidplatz – sei der 24-jährige Tunesier zudem bei der Observation einer Moschee im Berliner Stadtteil Moabit gefilmt worden. Die Polizei hatte jedoch zunächst einen anderen Verdächtigen im Visier.

Amri ist mittlerweile europaweit zur Fahndung ausgeschrieben. Er saß laut Bundesanwaltschaft am Steuer des gekaperten Lastwagens, der am Montagabend auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche raste und zwölf Menschen den Tod brachte.

Amri steuerte laut Ermittlern den Anschlags-Lkw

Darauf deuten Fingerabdrücke unter anderem an der Fahrertür, sagte Sprecherin Frauke Köhler am Donnerstagabend in Karlsruhe. Gegen Amri sei Haftbefehl erlassen worden. Auch Bundesinnenminister de Maiziere sagte nach einem Besuch beim BKA zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Verdacht gegen den 24-Jährigen: „Es sind im Fahrerhaus Fingerabdrücke gefunden worden, und es gibt auch andere, zusätzliche Hinweise, die das nahelegen.“

Donnerstag fanden den Tag über laut Bundesanwaltschaft in Berlin und Nordrhein-Westfalen Durchsuchungen an Orten statt, an denen sich Amri früher aufgehalten haben soll. Festnahmen gab es nicht. Zudem sei nach einem Hinweises ein Reisebus in Heilbronn kontrolliert worden.

Merkel sagte, Millionen Menschen hofften darauf, dass der Täter bald gefasst werde. Sie sei stolz darauf, wie besonnen die große Mehrheit auf diese Situation reagiert habe.

Im Führerhaus des Lastwagens hatten die Ermittler eine Geldbörse mit einer Duldungsbescheinigung Amris gefunden, die auf die Spur des Tunesiers führte. Nach einem unbestätigten rbb-Bericht soll der Attentäter auf der Flucht auch sein Handy verloren haben. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat Bilder und eine Personenbeschreibung des 24-Jährigen veröffentlicht. Die Bundesanwaltschaft setzte eine Belohnung von bis zu 100.000 Euro für Hinweise aus.

Australien: potenzielle Bombenanschläge in Melbourne 

Auch in Australien hat die Polizei nach eigenen Angaben einen Anschlag zu Weihnachten vereitelt. Sechs Männer und eine Frau, alle in den Zwanzigern, seien bei Razzien am Morgen festgenommen worden. Es gehe um potenzielle Bombenanschläge in Melbourne, der zweitgrößten Stadt des Landes. Die Pläne seien von der radikal-islamischen Miliz IS inspiriert gewesen. Zwei der Festgenommen seien bereits wieder auf freiem Fuß, mindestens vier müssten sich aber am Freitag vor Gericht verantworten.