E.ON gibt Übernahmepläne für Endesa auf [DE]
Der deutsche Energieriese hat das Übernahmeangebot von 42,4 Mrd. Euro für das spanische Energieunternehmen Endesa zurückgezogen und somit einen Schlussstrich gezogen unter dem seit 18 Monaten währenden Kampf mit der spanischen Regierung um die Herrschaft über Endesa.
Der deutsche Energieriese hat das Übernahmeangebot von 42,4 Mrd. Euro für das spanische Energieunternehmen Endesa zurückgezogen und somit einen Schlussstrich gezogen unter dem seit 18 Monaten währenden Kampf mit der spanischen Regierung um die Herrschaft über Endesa.
Die E.ON AG hat am späten Abend des 2. April 2007 angekündigt, dass eine Einigung mit dem italienischen Energieunternehmen Enel und der spanischen Unternehmensgruppe Acciona zu Stande gekommen sei bezüglich der Endesa-Übernahme.
„Der Eintritt von Acciona und Enel bei Endesa hat unser ursprüngliches Ziel, eine Mehrheit an Endesa zu übernehmen, unerreichbar gemacht“, räumte Bernotat ein. Eine Minderheitsposition hätte eine gegenseitige Blockade der Anteilseigner und unabsehbare Gerichtsverfahren zur Folge gehabt“, sagte Wulf Bernotat, Vorstandsvorsitzender von E.ON.
Das deutsche Energieunternehmen hatte kürzlich rechtliche Schritte gegen Acciona und Enel eingeleitet, die vor zehn Tagen ihre Absicht angekündigt hatten, ein rivalisierendes Angebot für den spanischen Energieversorger Endesa einreichen zu wollen. Das Angebot sollte 43,4 Mrd. Euro betragen, ein Betrag, der die von E.ON gebotenen 42,4 Mrd. deutlich übersteigt.
Als Ersatz für den Rückzug des Angebots erhält E.ON – im Falle einer erfolgreichen Übernahme der Mehrheit von Enel und Acciona bei Endesa – ein Beteiligungspaket mit Aktivitäten in Spanien, Italien, Frankreich, Polen und der Türkei. Das Gesamtvolumen des Pakets würde rund zehn Milliarden Euro betragen und die Übernahme des spanischen Energiekonzern Viesgo von Enel beinhalten. Laut E.ON würde dieser Schritt sicherstellen, dass das Unternehmen bis 2010 – nach der geplanten Aufstockung der Erzeugungskapazitäten – der viert größte Energieversorger in Spanien würde.
Die Gerüchte über ein bevorstehendes gemeinsames Angebot von Enel und Acciona kamen nach einem hochrangigen Treffen zwischen dem spanischen Premierminister José Luiz Rodriguez Zapatero und seinem italienischen Kollegen Romano Prodi Anfang des Jahres auf.
Spanien lehnte diese Lösung ursprünglich ab und bevorzugte ein Angebot von Gas Natural, einen nationalen Energieriesen zu schaffen und Anlagen, die von der spanischen Regierung als strategisch eingestuft wurden, in spanischem Besitz zu halten.
Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hatte das Angebot von E.ON vor einem Jahr für gut befunden (EURACTIV 25. April 2006), jedoch kam aufgrund von spanischen Vorschriften, die eine Übernahme durch ausländische Unternehmen erschweren, kein Fortschritt in die Verhandlungen. Am 28. März 2007 hatte die Kommission eine Klage gegen Spanien vor dem Europäischen Gerichtshof eingereicht wegen Verstöße gegen europäische Fusionskontrollverordnungen (EURACTIV 29. März 2007).
Der spanische Industrieminister Joan Clos soll am 2. April 2007 mit Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes zusammengetroffen sein, um über Möglichkeiten zu diskutieren, wie ein Gerichtsverfahren verhindert werden könnte.