Elektromobilität: Frankreich eröffnet seine erste Fabrik für Batterien
Frankreich wird am Dienstag (30. Mai) seine erste Batteriefabrik für Elektroautos eröffnen und damit einen großen Schritt zum Aufbau einer von China dominierten Branche machen.
Frankreich hat seine erste Batteriefabrik für Elektroautos eröffnet. Damit will das Land sich in der Branche, die zunehmend von China dominiert wird, eine stärkere Position erkämpfen.
Der Aufbau der Batterieindustrie steht im Mittelpunkt des Plans von Präsident Emmanuel Macron zur „Reindustrialisierung“ Frankreichs. In den nächsten drei Jahren sollen im Norden des Landes eine Reihe von Fabriken entstehen.
Die „Gigafactory“, die in Billy-Berclau eröffnet wird, gehört der Automotive Cells Company, einer Partnerschaft zwischen dem französischen Energieriesen TotalEnergies, dem deutschen Mercedes-Benz-Konzern und dem globalen Automobilhersteller Stellantis.
Stellantis produziert Autos für Marken wie Peugeot, Fiat und Chrysler.
Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire, sowie die Energiministerin und der Industrieminister eröffnen die Fabrik zusammen mit deutschen und italienischen Beamten.
Die Chefs von Mercedes, Stellantis und TotalEnergies nehmen ebenfalls an der Veranstaltung teil.
In allem ist die Fabrik sechs Fußballfelder lang. Die Produktion soll in diesem Sommer aufgenommen werden.
Politisch besteht die Hoffnung, die Region Hauts-de-France in ein „Battery Valley“ zu verwandeln – die Antwort der Elektroautoindustrie auf das Silicon Valley.
Der chinesisch-japanische Konzern AESC-Envision baut in der Nähe der Stadt Douai bereits ebenfalls ein Werk, das ab Anfang 2025 den französischen Automobilhersteller Renault beliefern wird.
Das französische Start-up-Unternehmen Verkor wird voraussichtlich ab Mitte 2025 in einer Anlage in Dünkirchen produzieren, während das taiwanesische Unternehmen ProLogium ebenfalls die Küstenstadt für seine erste europäische Fabrik ausgewählt hat, die 2026 in Betrieb gehen soll.
Konkurrenz aus China und den USA
Da die Europäische Union das Jahr 2035 als Frist für den Ausstieg aus dem Verkauf neuer, mit fossilen Brennstoffen betriebener Autos festgelegt hat, bemüht sich Europa, seine Produktion von Batterien und Elektrofahrzeugen zu steigern.
In den letzten Jahren wurden in der EU rund 50 Batteriefabrikprojekte angekündigt.
Die französische Regierung hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 zwei Millionen Elektrofahrzeuge pro Jahr zu produzieren, so das Wirtschaftsministerium.
Nach Angaben des Ministeriums wird das ACC-Werk bis dahin 500.000 Fahrzeuge pro Jahr liefern.
China ist weltweit führend in der Produktion von Elektroauto-Batterien und dominiert auch die Produktion der für die Herstellung benötigten Rohmaterialien.
Europa steht auch in hartem Wettbewerb mit den Vereinigten Staaten, die den Sektor durch den Inflation Reduction Act, der Anreize für saubere Energie in Höhe von 370 Milliarden Dollar enthält, stark subventionieren.