Finnen decken sich nach Regierungsempfehlung mit Jodtabletten ein
Viele finnische Haushalte legen sich Jodtabletten zu, nachdem das Sozial- und Gesundheitsministerium am Dienstag seine Leitlinien für die Verwendung von Jod im Falle von Strahlungsrisiken aktualisiert hat.
Viele finnische Haushalte legen sich Jodtabletten zu, nachdem das Sozial- und Gesundheitsministerium am Dienstag seine Leitlinien für die Verwendung von Jod im Falle von Strahlungsrisiken aktualisiert hat.
Hintergrund dürften Russlands wiederholte Androhung eines Einsatzes von Atomwaffen sein.
In den aktualisierten Richtlinien, die auf den WHO-Richtlinien aus dem Jahr 2017 basieren, empfiehlt das Ministerium Haushalten mit Mitgliedern im Alter von drei bis 40 Jahren unter anderem, Jodtabletten als Vorsichtsmaßnahme zu erwerben.
Die Aktualisierung veranlasste viele Menschen in Finnland dazu, sich mit Jodtabletten einzudecken. Apotheken in der Innenstadt von Helsinki meldeten bereits, dass sie am Dienstag keine Jodtabletten mehr vorrätig hatten.
In den aktualisierten Leitlinien wird auch darauf hingewiesen, dass Kinder am stärksten gefährdet seien, durch Strahlung an Schilddrüsenkrebs zu erkranken, und dass Personen über 40 die Tabletten nicht einnehmen sollten.
Für Kinder unter drei Jahren geeignete Jodtabletten sind in Finnland derzeit nicht erhältlich, obwohl die öffentlichen Gesundheitsdienste erklärten, sie würden sie für diese Bevölkerungsgruppe sowie für schwangere Frauen beschaffen.
Bei einem Unfall in einem Kernkraftwerk wie dem Kernkraftwerk Saporischschja, das derzeit unter russischer Kontrolle im Südosten der Ukraine steht, würde radioaktives Jod in die Umwelt freigesetzt, das sich in der Schilddrüse anreichern könnte, warnen Expert:innen.