Green-Tech trotzt der Rezession

Bis 2020 wird der weltweite Umsatz von Umwelttechnologien um mehr als das Doppelte auf 3,1 Billionen Euro steigen, so die Prognose einer deutschen Studie. In der Krise erweisen sich globale Konjunkturprogramme als Wachstumsimpulse. In der EU profitiert vor allem Deutschland vom Geschäft mit Solarzellen, Biogasanlagen und energieeffizienten Geräten.

Gabriel sieht Chancen für einen New Green Deal in der Krise.

Foto: Frank Ossenbrink
Gabriel sieht Chancen für einen New Green Deal in der Krise. Foto: Frank Ossenbrink

Bis 2020 wird der weltweite Umsatz von Umwelttechnologien um mehr als das Doppelte auf 3,1 Billionen Euro steigen, so die Prognose einer deutschen Studie. In der Krise erweisen sich globale Konjunkturprogramme als Wachstumsimpulse. In der EU profitiert vor allem Deutschland vom Geschäft mit Solarzellen, Biogasanlagen und energieeffizienten Geräten.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel  (SPD) sagte bei der Vorstellung des zweiten „Umwelttechnologie-Atlas“ am 7. Mai in Berlin: „Die Branche modernisiert die deutsche Wirtschaft – und wächst insgesamt sogar noch schneller, als wir vor zwei Jahren in der ersten Auflage des Atlas erwartet haben.“

Erstellt wird der Atlas mit dem Titel „GreenTech made in Germany“ vom Beratungsunternehmen Roland Berger im Auftrag des Bundesumweltministeriums. Im Fokus stehen sechs Leitmärkte der Zukunft: Umweltfreundliche Energieerzeugung, Energieeffizienz, Rohstoff- und Materialeffizienz, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Wasserwirtschaft und nachhaltige Mobilität. Hierzu wurden rund 1300 Umwelttechnik-Unternehmen und 200 Forschungseinrichtungen befragt.

Die Umwelttechnik-Branche sei „relativ krisenfest“, sagte Gabriel mit Verweis auf aktuelle Befragungen.  Demnach  geben 60 Prozent der Unternehmen an, in der allgemeinen Rezession weiterhin zu wachsen. Rund Dreiviertel planen, weder Zeitarbeit einzuführen noch Mitarbeiter zu entlassen.

Gabriel zufolge können die Unternehmen in der Krise von 20 weltweit aufgelegten Konjunkturprogrammen profitieren, die zu 15 Prozent dem Klimaschutz zugute kämen. Insgesamt stünden 430 Milliarden US-Dollar zur Verfügung.

Gabriel fordert Industriekabinett für Umwelttechnik

Als Wachstumsmarkt nannte Gabriel unter anderem die USA. In Washington werde das Thema Green-Tech zurzeit strategisch angegangen. Mehr strategisches Denken in diesem Bereich wünsche er sich auch in Deutschland. Gabriel schlug die Einführung eines „Industriekabinetts“ vor, bestehend aus Unternehmern, Gewerkschaften und Forschern. Das Gremium solle Leitmärkte der Umwelttechnologie identifizieren und optimale Rahmenbedingungen für den Export deutscher Produkte schaffen.  

Umwelttechnologien erwirtschafteten laut dem Atlas im Jahr 2007 rund acht Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Bis 2020 soll der Anteil auf 14 Prozent steigen.  Zudem sei Umwelttechnologie ein Jobmotor in Deutschland. Zwischen 2005 und 2007 stieg die Zahl der Beschäftigten in den befragten Unternehmen im Schnitt um 14 Prozent. Auch künftig soll die Beschäftigungsrate um 10 Prozent im Jahr steigen. Zurzeit arbeiten geschätzte 1,8 Millionen Beschäftigte im Sektor Umwelttechnik.

Alexander Wragge

Weiterführende Dokumente:

Bundesumweltministerium (BMU): Umweltatlas zum Download