Ölpreise: EU-Minister auf der Suche nach einem Sündenbock [DE]
Bei ihrem Treffen in Manchester haben die unter Druck geratenen EU-Finanzminister die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und die Ölkonzerne teilweise für die hohen Ölpreise verantwortlich gemacht.
Bei ihrem Treffen in Manchester haben die unter Druck geratenen EU-Finanzminister die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und die Ölkonzerne teilweise für die hohen Ölpreise verantwortlich gemacht.
Während des informellen Treffens der EU-Finanzminister im britischen Manchester machte der britische Finanzminister Gordon Brown die OPEC für die hohen Preise verantwortlich. Er forderte die OPEC-Länder auf, ihre Ölproduktion zu erhöhen und verstärkt in den Ausbau ihrer Kapazitäten zu investieren, um der wachsenden Nachfrage auf dem Weltmarkt nachzukommen. Der französische Finanzminister Thierry Breton warf den Ölkonzernen vor, mit den hohen Preisen „außergewöhnliche Profite“ zu machen. Breton drohte den Ölkonzernen mit der Erhebung einer Abschöpfungssteuer („Windfall Tax“) auf ihre Profite, sollten sie die Preise nicht senken und in erneuerbare Energien investieren.
Keiner der Ölkonzerne reagierte offiziell auf die Drohungen des französischen Finanzministers. Am gleichen Tag jedoch kündigten Total, BP und Esso an, die Preise an französischen Tankstellen angesichts gesunkener Preise im Großhandel zu senken.
Nicht nur in Europa sondern auch in den Vereinigten Staaten geraten Ölkonzerne aufgrund der hohen Preise zunehmend unter Beschuss. Mehrere Senatoren der Demokraten drohten ebenfalls mit höheren Ertragssteuern.
Die EU-Minister einigten sich darauf, dass Regierungen Maßnahmen ergreifen können, um die Kostenlast für die Verbraucher zu verringern. Steuererleichterungen für spezifische Industriebranchen seien jedoch zu vermeiden.
Unterdessen versuchen Großbritannien und Belgien, Transportunternehmen und Spediteure von den geplanten Blockaden abzubringen.