Olympische Spiele: Es regt sich Widerstand gegen russische Teilnahme

Die nordischen und baltischen Staaten wollen nicht, dass russische und belarussische Athlet:innen an internationalen Sportveranstaltungen teilnehmen. Das finnische Olympische Komitee bezweifelt jedoch, dass das Internationale Olympische Komitee seine Haltung ändern wird, nachdem es damit begonnen hat, Möglichkeiten für die Teilnahme von Athlet:innen aus diesen Ländern zu prüfen.

Euractiv.com
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Das Internationale Olympische Komitee, das in einer Resolution empfahl, dass Verbände und Veranstaltungen Athleten aus Russland und Weißrussland nicht einladen oder deren Teilnahme nicht zulassen sollten, hat seitdem nach Möglichkeiten gesucht, die Teilnahme dieser Athleten zu gewährleisten. [Shutterstock/Chaay_Tee]

Die nordischen und baltischen Staaten wollen nicht, dass russische und belarussische Athlet:innen an internationalen Sportveranstaltungen teilnehmen. Das finnische Olympische Komitee bezweifelt jedoch, dass das Internationale Olympische Komitee die beiden Staaten ausschließen wird.

Russlands Krieg in der Ukraine hat einige Sportverbände bereits dazu veranlasst, russische und belarussische Athlet:innen von den weltweiten Sportveranstaltungen auszuschließen.

Das Internationale Olympische Komitee sucht derweil nach Möglichkeiten, die Teilnahme von Athlet:innen aus Russland und Belarus zu gewährleisten – obwohl es vor einiger Zeit eine Resolution verabschiedet hatte, in der es Verbänden und Veranstaltungen empfahl, sie nicht einzuladen oder zuzulassen.

Finnland hat jedoch zusammen mit anderen nordischen Partnerländern und den baltischen Staaten seine Ablehnung der Teilnahme russischer und belarussischer Sportler:innen an internationalen Wettkämpfen bekräftigt.

Diese Meinung sei auch dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in einer Telefonkonferenz und in schriftlicher Form „nachdrücklich“ mitgeteilt worden, betonte der Vorsitzende des Komitees, Jan Vapaavuori.

Rückendeckung kam auch von Wissenschafts- und Kulturminister Petri Honkonen, der twitterte, dass die Rückkehr Russlands zu den Olympischen Spielen inakzeptabel sei. „Es geht um die Ethik des Sports und das Leid der Ukraine“, schrieb Honkonen.

Bei seinem Besuch in Washington in der vergangenen Woche appellierte Honkonen an das Olympische Komitee der USA, auf die internationale Olympiade einzuwirken, damit diese zu ihrer ursprünglichen, härteren Haltung zurückkehrt.

Es scheint, als ob das finnische Olympische Komitee die Schlacht bereits für verloren hält. Wenn Russ:innen und Belaruss:innen letztendlich zugelassen werden, muss dies ohne die Flaggen und Uniformen ihrer Länder, aber mit ordnungsgemäßen Dopingkontrollen geschehen, sagte Generalsekretärin Taina Susiluoto in der Pressemitteilung des Komitees.

Auch in Finnland sind Risse entstanden.

So hat der finnische Boxverband beschlossen, entgegen seiner ursprünglichen Entscheidung Athletinnen zu den Boxweltmeisterschaften der Frauen in Indien zu schicken, an denen auch Russinnen und Belarussinnen teilnehmen werden – ein Schritt, der den finnischen Verband in die Gefahr bringt, seine öffentlichen Mittel zu verlieren.