Opec besorgt über sinkende EU-Ölnachfrage [DE]

Mit dem Hinweis, dass eher Raffinerieprobleme als Lieferengpässe bestünden, hat die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) ihre Verantwortung für die hohen Ölpreise bei einem Ministertreffen am 21. Juni 2007 in Wien zurückgewiesen. Bei der Konferenz handelte es sich um das vierte Jahrestreffen im Rahmen des Energiedialogs zwischen der EU und der Opec.

carbonCapture.jpg
carbonCapture.jpg

Mit dem Hinweis, dass eher Raffinerieprobleme als Lieferengpässe bestünden, hat die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) ihre Verantwortung für die hohen Ölpreise bei einem Ministertreffen am 21. Juni 2007 in Wien zurückgewiesen. Bei der Konferenz handelte es sich um das vierte Jahrestreffen im Rahmen des Energiedialogs zwischen der EU und der Opec.

Die EU hat ihre Bedenken über weitere Preissteigerungen geäußert, die von Störung bei der Ölversorgung aufgrund der Instabilität der ölexportierenden Nationen wie Nigeria verursacht werden. Opec sagte den EU-Vertretern, dass sie eine ausreichende Ölversorgung garantiere. Sie warnte jedoch davor, dass Knappheit an qualifizierten Arbeitsplätzen, Ausstattung und Diensten, mit der sich die Ölindustrie konfrontiert sehe, zu schnell steigenden Kosten führten, die möglicherweise auch in der Zukunft weiter anstiegen.

Die EU und die Opec scheinen einen Konsens in dieser Frage gefunden zu haben. Während einer Pressekonferenz nach dem Treffen räumte der Kommissar für Energie Andris Piebalgs ein, dass mehr Öl nicht die Benzinpreise senken werde.

Als Antwort auf die Bedenken der Opec über die schrumpfende Nachfrage in den EU-Ländern, zum Teil aufgrund der EU-Vorhaben, die CO2-Emissionen bis 2020 um 20% zu senken, versprach Piebalgs der Opec größere Transparenz und Informationsteilung. Dies könne durch Prognosen und Konsummuster über die EU-Ölnachfrage geschehen.

Beide Parteien diskutierten und begrüßten die Rolle der erneuerbaren Energien, haben jedoch einen Akzent auf Biokraftstoffe und auf Möglichkeiten nicht-erneuerbarer Ressourcen wie zum Beispiel saubere Kohle und Technologien zur CO2-Abscheidung und –Speicherung gesetzt. 

Zum Problem der Biokraftstoffe versicherte Piebalgs der Opec, dass keinerlei EU-Subventionen für Biokraftstoffe Störungen des Ölmarktes verursachen werden.

Man einigte sich auf eine Reihe gemeinsamer Maßnahmen und Veranstaltungen in naher Zukunft:

  • Ein Workshop über Biokraftstoffe, ebenso über das Problem von Bioraffinerien, der vor Ende 2007 oder Anfang 2008 in Brüssel stattfinden soll;
  • „verstärkte Diskussion“ über die Zusammenarbeit bei der CO2-Abscheidung und –Speicherung, mit einem Runden Tisch im ersten Viertel von 2008, und;
  • Diskussionen über ein Energietechnologie-Zentrum der EU und der Opec; ein Bericht soll beim nächsten Ministertreffen vorgelegt werden.

Im Juni 2008 wird das fünfte Treffen des Energiedialogs zwischen der EU und der Opec in Brüssel abgehalten werden.