Schengen-Beitritt: Rumänien erwartet BIP-Zuwachs

Rumänien wird ab dem 1. Januar 2025 Vollmitglied im Schengen-Raum, was Unternehmen jährliche Einsparungen in Millionenhöhe bringen soll. Politiker betonten, dass der Beitritt die Wettbewerbsfähigkeit des Landes auf dem europäischen Markt erheblich steigern werde.

EURACTIV.ro
Romanian Schengen Zone Border entrance
Präsident Johannis wies darauf hin, dass die Entscheidung „die Attraktivität Rumäniens für ausländische Investoren, die von der verbesserten Anbindung des Landes profitieren werden, erheblich steigert“. [[EPA/ROBERT GHEMENT]]

Rumänien wird ab dem 1. Januar 2025 Vollmitglied im Schengen-Raum, was Unternehmen jährliche Einsparungen in Millionenhöhe bringen soll. Politiker betonten, dass der Beitritt die Wettbewerbsfähigkeit des Landes auf dem europäischen Markt erheblich steigern werde.

Präsident Klaus Johannis erklärte, dass die Entscheidung des EU-Rates vom Donnerstag (12. Dezember), die Grenzkontrollen für Bulgarien und Rumänien abzuschaffen, zu einer „schnelleren und einfacheren Bewegung“ für Reisende führen und gleichzeitig die Logistikkosten für Unternehmen senken werde. Dies werde die Wettbewerbsfähigkeit rumänischer Produkte und Dienstleistungen auf dem europäischen Markt „schnell“ erhöhen.

Er wies auch darauf hin, dass die Entscheidung „die Attraktivität Rumäniens für ausländische Investoren, die von der verbesserten Anbindung des Landes profitieren werden, erheblich steigert“.

Bulgarien und Rumänien erfüllen seit 2011 die Beitrittskriterien für den Schengen-Raum. Die EU-Kommission und das EU-Parlament haben wiederholt ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht. Der Beitritt war jedoch aufgrund des politischen Widerstands – vor allem aus den Niederlanden und Österreich – bisher verzögert worden.

Der rumänische Finanzminister Marcel Boloș bezeichnete die Entwicklung als „bahnbrechenden Moment“ für die nationale Wirtschaft.

Durch den Wegfall der Grenzkontrollen „werden Spediteure jährlich Millionen Euro einsparen und rumänische Produkte werden schneller und zu geringeren Kosten auf die europäischen Märkte gelangen“, erklärte er. Boloș betonte auch, dass Rumänien bereit sei, „ein strategischer Knotenpunkt in den europäischen Lieferketten“ zu werden.

Wirtschafts- und Tourismusminister Ştefan Radu Oprea sagte einen Aufschwung des Tourismus für Rumänien voraus und verwies auf die ähnliche Erfahrung Kroatiens nach dem Beitritt zum Schengen-Raum im Jahr 2023.

Victor Negrescu, Vizepräsident des EU-Parlaments (PSD/S&D), prognostizierte, dass das rumänische Bruttoinlandsprodukt durch den Beitritt zum Schengen-Raum bis 2025 um bis zu zwei Prozent steigen könnte. Er hob den Verkehrssektor, die Industrieproduktion, den Tourismus und die Landwirtschaft als die „Hauptnutznießer“ hervor.

Negrescu betonte auch die „politischen Vorteile“ einer Schengen-Mitgliedschaft und wies darauf hin, dass dies eines der Hauptargumente extremistischer Narrative entkräftet. Während des Präsidentschaftswahlkampfs hätten „antieuropäische Stimmen behauptet, dass ein Beitritt zum Schengen-Raum niemals stattfinden würde“, so Negrescu. 

[Bearbeitet von Jeremias Lin]