Serbischer Außenminister stattet Kroatien Entspannungsbesuch ab
Der serbische Außenminister Ivica Dačić wird am Freitag Zagreb einen unauffälligen, aber wichtigen Besuch abstatten, nachdem er angekündigt hatte, dass Belgrad seine Beziehungen zu Kroatien nach einem Jahrzehnt eiskalter Beziehungen zwischen den beiden ehemaligen jugoslawischen Kriegsgegnern in diesem Jahr "auftauen" werde.
Der serbische Außenminister Ivica Dačić wird am heutigen Freitag Zagreb einen unauffälligen, aber wichtigen Besuch abstatten, nachdem er angekündigt hatte, dass Belgrad seine Beziehungen zu Kroatien nach einem Jahrzehnt eiskalter Beziehungen zwischen den beiden ehemaligen jugoslawischen Kriegsgegnern in diesem Jahr „auftauen“ werde.
Das Tauwetter wurde vom serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić initiiert, und sein Außenminister sagte, Serbien werde sich bemühen, in Zukunft bessere Beziehungen zu seinem westlichen Nachbarn zu unterhalten, berichtet Danas.hr.
In Zagreb wird Dačić an dem traditionellen Empfang vor dem orthodoxen Weihnachtsfest am 7. Januar teilnehmen, aber auch seinen kroatischen Amtskollegen Goran Grlić Radman treffen.
„Wir müssen einen Dialog führen, und ich erwarte von Serbien einen aktiven und ehrlichen Dialog. Stabilität und gute Beziehungen sind in unserem Interesse“, sagte Grlić Radman.
„Wir sind an entscheidenden Fragen interessiert – an der Frage der vermissten Personen, der Entschädigung für die Gefangenen in den Kriegsgefangenenlagern, an Prozessen gegen Kriegsverbrecher:innen, die sich möglicherweise noch auf freiem Fuß befinden, und an der lächerlichen universellen Gerichtsbarkeit. Die Dinge müssen sich ändern“, erklärte er.
Die meisten Probleme gehen auf den Zerfall Jugoslawiens zurück, als Kroatien 1991 seine Unabhängigkeit erklärte, dann aber einen Krieg mit der aufständischen serbischen Minderheit führen musste, die von Belgrad unterstützt wurde, bis es die Rebellion im Sommer 1995 niederschlug.
Letztes Jahr erklärte Serbien, dass es hochrangige kroatische Beamt:innen wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen während einer kroatischen Offensive im Jahr 1995 anklagen werde, und berief sich dabei auf die „universelle Gerichtsbarkeit“, einen Rechtsgrundsatz, der es einem Land ermöglicht, die strafrechtliche Zuständigkeit für schwere Verbrechen zu beanspruchen, die von einem Ausländer mit Wohnsitz in einem anderen Land begangen wurden.
Kroatien, ein EU- und NATO-Mitglied, wies die Kritik zurück und erklärte im Gegenzug, dass es im Rahmen der Belgrader EU-Beitrittsgespräche Druck auf Serbien ausüben oder die ohnehin nur langsam voranschreitenden Gespräche sogar blockieren könnte.
Im Vorfeld des Besuchs unterzeichneten die Vertreter:innen der ethnischen Kroat:innen in Serbien und der Serb:innen in Kroatien eine Erklärung zur Zusammenarbeit, in der die beiden Regierungen ermutigt werden, an der Lösung von Problemen zu arbeiten, anstatt Konflikte wieder aufleben zu lassen, berichtet Danas.hr.