Ukraine verpflichtet sich bei EU-Treffen in Prag zu Umweltmaßnahmen
Die Ukraine bekenne sich zum Europäischen Green Deal und wolle das Land trotz der verheerenden Auswirkungen der russischen Invasion auf die Umwelt wieder in Einklang mit der EU-Klimapolitik bringen, erklärte Umweltminister Ruslan Strilets am Mittwoch in Prag.
Die Ukraine bekenne sich zum Europäischen Green Deal und wolle das Land trotz der verheerenden Auswirkungen der russischen Invasion auf die Umwelt wieder in Einklang mit der EU-Klimapolitik bringen, erklärte Umweltminister Ruslan Strilets am Mittwoch beim informellen Ministertreffen in Prag.
Die Ukraine, in der 20 Prozent der Naturschutzgebiete bedroht sind, nehme ihre Umweltverpflichtungen ernst, betonte der Minister. Zu den Prioritäten des ukrainischen Umweltministeriums gehöre auch die Dokumentation von jeglicher von der russischen Armee begangenen sogenannten Umweltverbrechen.
„Zu unserem Gebiet gehört die Insel Dzharylhach, die den Spitznamen ukrainische Malediven trägt. Die dort lebenden Delfine hatten früher keine Angst vor Menschen, doch jetzt werden sie durch russische Minen getötet“, so Strilets.
Mehrere EU-Umweltminister hätten dem kriegsgebeutelten Land bereits Hilfe angeboten, erklärte die tschechische Umweltministerin Anna Hubáčkova, die das Treffen im Rahmen der tschechischen Ratspräsidentschaft leitete.
Sie lobte auch das Engagement der Ukraine für die europäische Klimapolitik.
„Der Green Deal ist ein wesentlicher Baustein für den Wiederaufbau Ukraine. Wir verstehen, dass der Wiederaufbau der Ukraine ‚grün‘ sein muss“, sagte Strilets gegenüber EURACTIV.cz.
„Wir müssen schnell Reformen durchführen“, fügte er hinzu.
Hubáčková zufolge bedeutet der EU-Kandidatenstatus der Ukraine ein ernsthaftes Versprechen, dass das Land die Klima- und Umweltgesetzgebung der EU übernehmen wird.
„Das wird kein einfacher Weg sein. Wir sind bereit, schrittweise zu arbeiten und der Ukraine Unterstützung bei der Gesetzgebung und dem Übergang zum Green Deal anzubieten“, fügte die tschechische Ministerin hinzu.
Am Rande des Treffens unterzeichnete Tschechien außerdem ein Memorandum über die Zusammenarbeit mit der Ukraine im Bereich des Umweltschutzes.
Das Memorandum deckt eine Reihe von Themen ab, von der Entwicklung umweltfreundlicher Technologien über die Wasserwirtschaft und den Hochwasserschutz bis hin zur Abfallwirtschaft und dem Luft- und Naturschutz.