Alexander Lau leitet das Referat Europa bei der Industrie- und Handelskammer Bayern. Als inoffizieller Brexit-Beauftragter führt er derzeit viele Krisengespräche, vor allem mit Vertretern der Autoindustrie. Pkw und Autoteile machten schließlich sechzig Prozent aller Exporte aus Bayern aus.
Auch Lau hört in diesen Gesprächen regelmäßig, dass die Lagerkapazitäten in Großbritannien ausgehen. Und nicht nur die. „Viele Unternehmen berichten, dass sie keinen Spediteur mehr bekommen“, sagt Lau.
So hat der unverhoffte Exportboom schon jetzt Nebenwirkungen – und eine Kehrseite. Denn je mehr Konsum und Investitionen die Briten vorziehen, desto heftiger dürften die Handelsbeziehungen nach der aufgeschobenen Trennung leiden. Neuer Scheidungstermin ist der 31. Oktober 2019.