EU-Russland-Gipfel: Neue russische Gefahr in Energiefragen? [DE]
Während Russlands Präsident Putin versuchte die Sorgen der Europäer über die Zuverlässigkeit der Energieversorgung seines Landes zu zerstreuen, drohte der für Bodenschätze zuständige russische Minister die staatliche Kontrolle über drei wichtige ausländische Investitionsprojekte im Energiebereich erhöhen.
Während Russlands Präsident Putin versuchte die Sorgen der Europäer über die Zuverlässigkeit der Energieversorgung seines Landes zu zerstreuen, drohte der für Bodenschätze zuständige russische Minister die staatliche Kontrolle über drei wichtige ausländische Investitionsprojekte im Energiebereich erhöhen.
Der russische Minister für Bodenschätze kündigte am 25. Mai an, dass er die Vereinbarungen über die Produktionsteilung der Projekte Sakhalin-1 und Sakhalin-2 mit westlichen Energieunternehmen überarbeiten will. Diese Investitionsprojekte zur Gewinnung von Gas und Öl im Osten des Landes werden von Exxon Mobil, Shell und Total geleitet.
Die Drohung, die Investitionsvereinbarungen dieser Projekte zu überarbeiten, könnte als eine erneute Warnung verstanden werden, wonach die russische Regierung seine riesigen Energievorkommen dazu nutzen würde, um seine strategische Weltmachtposition wieder zu erlangen. Es bestätigt in jedem Fall die zunehmende Tendenz einer Nationalisierung der Energiemärkte und zwar zu einer Zeit, in der die Versorgungsproblematik bereits zu steigenden Ölpreise auf dem Weltmarkt geführt hat.
Die Ankündigung des Ministers für Bodenschätze fiel auf den gleichen Tag, wie der EU-Russland-Gipfel, auf welchem Russlands Präsident Putin versuchte die Europäer davon zu überzeugen, dass sein Land auch weiterhin ein verlässlicher Partner in Energiefragen bleiben würde. Auf der anderen Seite forderte der russische Präsident von Europa eine verbessere gegenseitige Zusammenarbeit, insbesondere wenn russische Unternehmen versuchen würden einen Zugang zu ausländischen Märkten zu erhalten.
Seit dem Streit zwischen der EU und Russland über die Energieversorgung der Ukraine und anderer osteuropäischer Staaten Anfang des Jahres, ist die EU in zunehmendem Maß über seine Energieabhängigkeit von seinem östlichen Nachbar besorgt.