Leonardo baut seine Präsenz in der Ukraine mit einer neuen Tochtergesellschaft im Verteidigungsbereich aus
Leonardo Ukraine wird sich auf wissenschaftliche und technische Forschung und Entwicklung in den Bereichen Kommunikations- und Navigationssysteme, Software, IT-Dienstleistungen sowie elektronische und optische Technologien konzentrieren.
Der italienische Rüstungskonzern Leonardo hat in der Ukraine eine Tochtergesellschaft gegründet, die sich vor allem auf Forschung und Entwicklung konzentriert und damit die Präsenz des Unternehmens in dem vom Krieg heimgesuchten Land stärkt.
Das in Kyjiw ansässige Unternehmen Leonardo Ukraine ist seit dem 20. Mai im ukrainischen Handelsregister eingetragen, wurde jedoch erstmals im Halbjahresfinanzbericht von Leonardo bekannt gegeben, der Ende Juli veröffentlicht wurde.
Das Unternehmen verfügt über ein Stammkapital von 5,13 Millionen ukrainischen Griwna (etwa 100.000 Euro) und befindet sich über Leonardo International zu 100 Prozent im Besitz des Konzerns.
Die Gründung des neuen Unternehmens, über die italienische Medien am Mittwoch erstmals berichteten, ist der jüngste Schritt im Rahmen einer umfassenderen Expansion von Leonardo in die Ukraine.
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„Wir haben nun die rechtlichen Schritte abgeschlossen, um den Betrieb aufnehmen zu können. Die neue Gesellschaft wird für die Geschäftstätigkeit in der Region genutzt werden“, erklärte ein Sprecher der Kommunikationsabteilung von Leonardo gegenüber Euractiv.
Leonardo Ukraine wird sich auf wissenschaftliche und technische Forschung und Entwicklung in den Bereichen Kommunikations- und Navigationssysteme, Software, IT-Dienstleistungen sowie elektronische und optische Technologien konzentrieren.
Drohnen- und Raketenindustrie
Dieser Schritt bringt Leonardo näher an den sich rasch entwickelnden Verteidigungstechnologiesektor der Ukraine heran, insbesondere an die Drohnen- und Raketenindustrie, die während des Krieges ein rasantes Wachstum verzeichnet hat.
Das neue Unternehmen verschafft Leonardo eine direkte Präsenz im ukrainischen Innovationsökosystem im Verteidigungsbereich, dessen Zentrum der staatlich geförderte Brave-Hub bildet.
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Bei ihrem jüngsten Besuch in Kyjiw stellte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine Partnerschaftsvereinbarung vor, die darauf abzielt, die Drohnenproduktion anzukurbeln. Dafür stehen bis zu 10 Milliarden Euro an zusätzlichen Mitteln „aus noch verfügbaren Haushaltsmitteln im Rahmen von SAFE“ für die Produktion in der Ukraine zur Verfügung.
Der damalige CEO von Leonardo, Roberto Cingolani, kündigte im vergangenen März an, dass das Unternehmen beabsichtige, sein integriertes Multi-Domain-Luftabwehrsystem Michelangelo Dome ebenfalls in der Ukraine zu testen.
Einen Monat später beschloss die italienische Regierung, Cingolani nicht als CEO von Leonardo zu bestätigen – Berichten zufolge aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Leitung des Michelangelo Dome-Projekts.
(cs)