Österreichische Klimaministerin: Strommarktreform greift zu kurz

Die von der Europäischen Kommission am Dienstag vorgeschlagene Strommarktreform enthält kleine Schritte in die richtige Richtung, reicht aber nicht aus, um die Vorteile der erneuerbaren Energien an die Verbraucher weiterzugeben, so die österreichische Klimaministerin Leonore Gewessler.

Euractiv.com
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Am Dienstag hat die Europäische Kommission ihren Vorschlag zur Reform des EU-Strommarktes vorgelegt, der mehr Schutz für die Verbraucher, mehr erneuerbare Energien und mehr nachfrageseitige Maßnahmen vorsieht. [Shutterstock/Chuyuss]

Die von der Europäischen Kommission am Dienstag vorgeschlagene Strommarktreform enthält kleine Schritte in die richtige Richtung, reicht aber nicht aus, um die Vorteile der erneuerbaren Energien an die Verbraucher weiterzugeben, so die österreichische Klimaministerin Leonore Gewessler.

Am Dienstag hat die Europäische Kommission ihren Vorschlag zur Reform des EU-Strommarktes vorgelegt, der mehr Schutz für Verbraucher, mehr erneuerbare Energien und mehr Flexibilität auf Verbraucherseite vorsieht.

Während Österreich zustimmt, dass „auf dem Weg zu einem erneuerbaren, klimafreundlichen Stromsystem auch die Preisgestaltung verbessert werden muss“ und „die Menschen auch von günstigem Ökostrom aus Europa profitieren sollten“, bleibe die Reform „hinter den Erwartungen zurück“, so Gewessler (Grüne).

Die EU-Kommission tue nicht genug, so Österreich. Das Land bezieht bereits 70 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen, vor allem aus Wasserkraft. Im Jahr 2020 hatte Österreich mit 78,2 Prozent den höchsten Anteil an erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch in der EU.

„Wir machen unsere Hausaufgaben in Österreich – wir haben bereits mehr heimischen Ökostrom als jedes andere EU-Land. Die Menschen in Österreich haben ein Recht darauf, von dieser Entwicklung zu profitieren“, sagte Gewessler und betonte, dass Wien die Vorteile dieser Entwicklung an seine Bürger weitergeben wolle.

Den Vorschlag der EU-Kommission werde man nun prüfen und „konkrete Verbesserungen“ vorschlagen, darunter die Entkopplung der Strompreise von den volatilen, hohen Gaspreisen.

„Dies ist sicherlich keine leichte Aufgabe – aber sie ist notwendig. Die Kommission ist hier gefordert und darf sich ihrer Verantwortung nicht entziehen“, so Gewessler weiter.