Putin baut neue Brücken zu Budapest und Prag [DE]
Wirtschafts- und Energiethemen beherrschten die Gespräche des russischen Präsidenten mit Budapest und Prag. Gleichzeitig übernahm er aber auch moralische Verantwortung für die Niederschlagung der Demokratiebewegungen in Ungarn 1956 und die Invasion in Prag in 1968.
Wirtschafts- und Energiethemen beherrschten die Gespräche des russischen Präsidenten mit Budapest und Prag. Gleichzeitig übernahm er aber auch moralische Verantwortung für die Niederschlagung der Demokratiebewegungen in Ungarn 1956 und die Invasion in Prag in 1968.
In Begleitung einer Vielzahl von Unternehmern und Journalisten ist Russlands Präsident Vladimir Putin zu einem zweitägigen Besuch in Budapest eingetroffen. Laut Beobachtern sei das Ziel der Reise, welche in Prag fortgesetzt wird, die Beziehungen mit den ehemaligen Blockstaaten neu auf zu bauen.
Hauptthema des Besuches in den beiden Hauptstädten war die wirtschaftliche Kooperation, insbesondere die russischen Energielieferungen. In Budapest wiederholte Putin erneut, dass Russland ein verlässlicher Energielieferant für Europa sei. Er erwäge sogar eine mögliche Ausweitung der Gaspipeline Blue Stream nach Südeuropa, wodurch Österreich, Ungarn, Italien und Griechenland an sie angeschlossen werden würden. Als Teil dieses Projektes könnte Ungarn in das größte Energiezentrums Europas umgewandelt werden, sagte Putin. Er sagte weiter, dass die Transsibirische Eisenbahn bis nach Ungarn verlängert werden könnte, wodurch das Land zum Mittelpunkt des regionalen Verkehrs werden würde.
Während seines Besuches in Budapest betonte Putin Russlands „Mitgefühl und dessen moralische Verantwortung“ für die Niederschlagung des Aufstandes 1956. Er fügte aber gleichzeitig hinzu, dass „das heutige Russland nichts mit den Handlungen der Sowjetunion gemein habe“.
In Prag sagte Russlands Präsident, dass sein Land die „moralische Verantwortung“ für den Einmarsch sowjetischer Truppen in die Tschechoslowakei 1968 trage.
Zur selben Zeit haben die Präsidenten der Ukraine und Polens auf einem Treffen in Kiew die Notwendigkeit betont das Pipelineprojekt Odessa-Danzig wieder ins Leben zu rufen, welche eine Alternative zu russischen Energielieferungen bieten würde.