Tschechien mindert Abhängigkeit von russischem Gas drastisch
Wie der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala am Dienstag bekannt gab, hat das Land seine Abhängigkeit von russischem Gas innerhalb von acht Monaten von 97 Prozent auf drei bis vier Prozent reduziert.
Wie der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala am Dienstag bekannt gab, hat das Land seine Abhängigkeit von russischem Gas innerhalb von acht Monaten von 97 Prozent auf drei bis vier Prozent reduziert.
Das Land hat russisches Gas durch Gasimporte aus Norwegen und LNG-Importe aus Übersee ersetzt, die über ein LNG-Terminal in den Niederlanden ins Land geliefert werden.
„Wir waren fast zu 100 Prozent von russischem Gas abhängig und heute ist die Situation völlig anders“, betonte Fiala. „Wir konnten uns sehr schnell von unserer Abhängigkeit von Russland befreien.“
Dabei hätten die tschechischen Gasspeicher eine Kapazität von 74 Prozent erreicht, so der Ministerpräsident.
Einer der wichtigsten Schritte für das Land war laut Fiala der Erwerb eines Anteils am LNG-Terminal in den Niederlanden.
Darüber hinaus ist der Gasverbrauch in der Tschechischen Republik im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent gesunken.
Fiala lobte auch die auf EU-Ebene getroffenen Entscheidungen, die zur Stabilisierung der Energiepreise beigetragen haben, wie etwa die Preisobergrenze für Gas.
„Wir haben den Markt davon überzeugt, dass wir den Winter bewältigen können, und deshalb fallen die Energiepreise“, sagte Fiala nach dem Treffen mit dem tschechischen Industrie- und Handelsminister Jozef Síkela.
Síkela betonte auch, dass die Tschechische Republik ihre Abhängigkeit von russischem Kernbrennstoff verringere, der bisher in den beiden Kernkraftwerken des Landes verwendet wurde. Die Hälfte des tschechischen Rohölverbrauchs wird derweil nach wie vor über die Druschba-Pipeline aus Russland geliefert, die von den EU-Sanktionen ausgenommen ist.